Wenn in Frankfurt ein Krimi spielt, dann oft seiner. Unter dem Namen Jan Seghers hat Matthias Altenburg eine ganze Stadt zum Tatort gemacht und dabei einen Kommissar erfunden, der mitten in Sachsenhausen wohnt.1
Was viele nicht wissen: Hinter dem Pseudonym steckt ein Mann, der zuerst als scharfzüngiger Literaturkritiker bekannt wurde, bevor er selbst zum Bestseller-Autor avancierte.
Wir haben nachgeschaut, was aus dem Erfinder von Kommissar Marthaler geworden ist und wie eng er mit dem Viertel südlich des Mains verbunden bleibt.
Vom Kritiker zum Krimi-Autor mit Frankfurter Adresse
Matthias Altenburg kam 1958 in Fulda zur Welt und wuchs in Baunatal in Nordhessen auf. Später studierte er Literatur und Kunstgeschichte an der Universität Göttingen.1
Sein beruflicher Weg führte ihn früh nach Frankfurt. Von 1987 bis 1996 arbeitete er als Lektor beim Verlag der Autoren in der Stadt, danach machte er sich als freier Schriftsteller selbstständig.1
Bekannt wurde er zunächst als Essayist und Kritiker. Mit spitzer Feder warf er der deutschen Gegenwartsliteratur vor, sich von der Wirklichkeit entfernt zu haben. Daneben veröffentlichte er unter eigenem Namen Romane wie Landschaft mit Wölfen aus dem Jahr 1999.1
Den großen Erfolg brachte 2004 ein zweites Ich. Unter dem Pseudonym Jan Seghers begann er, Kriminalromane im Stil des Nordic Noir zu schreiben. Der Name ist eine doppelte Hommage, an die Schriftstellerin Anna Seghers und an den Radrennfahrer Jan Ullrich.1
Im Zentrum seiner Reihe steht Kommissar Robert Marthaler, ein Frankfurter Ermittler, der seine Fälle mit der gleichen Beharrlichkeit löst wie das große skandinavische Vorbild Kurt Wallander.2
Den Auftakt machte 2006 Ein allzu schönes Mädchen. Es folgten Die Braut im Schnee (2007), Partitur des Todes (2008), Die Akte Rosenherz (2009) und Die Sterntaler-Verschwörung (2014).1
Mehrere der Marthaler-Romane wurden vom ZDF verfilmt und machten die Figur zu einer der bekanntesten Gestalten der deutschen Krimiliteratur.3
Was Matthias Altenburg (Jan Seghers) heute macht (Stand 2026)
Aufgehört hat Matthias Altenburg nicht. Er lebt weiterhin in Frankfurt am Main und schreibt unter beiden Namen, als Essayist Altenburg und als Krimi-Autor Seghers.1
2017 erschien mit Menschenfischer ein weiterer Marthaler-Roman. 2021 startete er dann eine neue Reihe: In Der Solist ermittelt erstmals der eigenwillige Kommissar Neuhaus.2
Der Solist landete im Erscheinungsjahr auf der Krimi-Bestsellerliste und auf der Longlist des Crime Cologne Award. Der Sprung vom langjährigen Helden Marthaler zu einer frischen Figur zeigte, dass Altenburg sich auch nach Jahrzehnten neu erfinden will.2
2024 brachte sein Verlag Rowohlt zudem die gesammelten Marthaler-Romane in einer Sammelausgabe heraus, ein Zeichen dafür, wie gefragt der Frankfurter Kommissar bis heute ist.4
Privat ist Altenburg als leidenschaftlicher Radfahrer bekannt, was gut zur Hommage an Jan Ullrich im Pseudonym passt. Sein Lebensmittelpunkt bleibt Frankfurt, die Stadt, die in seinen Büchern selbst zur Hauptfigur wird.1
Wer dem Doppelleben aus Kritiker und Krimi-Autor folgt, merkt schnell: Beide Seiten ergänzen sich. Der genaue Blick, mit dem Altenburg jahrelang über Literatur urteilte, prägt heute die Präzision, mit der Seghers Frankfurter Milieus und Schauplätze zeichnet.2
Der Sachsenhausen-Bezug
Wer die Marthaler-Romane liest, läuft unweigerlich durch Sachsenhausen. Seghers siedelt das Zuhause seines Kommissars genau hier an: Robert Marthaler wohnt am oberen Ende des Großen Hasenpfads, einer Straße im Herzen des Viertels.5
Das Viertel südlich des Mains dient ihm immer wieder als Romankulisse. Vom Stadtwald über die Offenbacher Landstraße bis zu den Mainufern entsteht in den Büchern ein literarisches Frankfurt, das mit der echten Stadt eng verwoben ist.5
Diese Nähe zur echten Topografie macht den Reiz der Reihe aus. Wer in Sachsenhausen wohnt oder das Viertel besucht, erkennt in den Marthaler-Krimis vertraute Ecken wieder und liest die Stadt mit anderen Augen.3
Auch das Stadtteilportal von Sachsenhausen führt Matthias Altenburg unter seinen bekannten Köpfen. Er gehört damit zu den Persönlichkeiten, die das Viertel über Frankfurt hinaus sichtbar machen.6
Wenn du selbst auf den Spuren von Marthaler durch das Viertel ziehen willst, lohnt ein Blick in unsere Übersicht zu den Sehenswürdigkeiten in Sachsenhausen. Und wie sich die Gegend rund um den Großen Hasenpfad entwickelt hat, zeigt unsere Geschichte von Sachsenhausen.
Ausblick
Langweilig wird es mit Matthias Altenburg so schnell nicht. Mit der Neuhaus-Reihe hat er einen frischen Ermittler etabliert, während sein Klassiker Marthaler durch die Sammelausgabe eine neue Leserschaft findet.2
Ob als kritischer Essayist Altenburg oder als Krimi-Autor Seghers, der Frankfurter dürfte auch in den kommenden Jahren für Lesestoff sorgen. Seine Verbundenheit mit Sachsenhausen trägt er dabei in jedem Roman mit sich, in dem ein Kommissar am Großen Hasenpfad nach Hause geht.
Wer mehr über die Menschen erfahren will, die das Viertel prägen, findet bei uns auch Porträts weiterer bekannter Gesichter aus dem Stadtteil rund um die Einwohner von Sachsenhausen.
Häufige Fragen zu Matthias Altenburg (Jan Seghers)
Wie alt ist Matthias Altenburg und wann wurde er geboren?
Matthias Altenburg wurde 1958 in Fulda geboren. Im Jahr 2026 wird er damit 68 Jahre alt.1
Wo wohnt Matthias Altenburg heute?
Er lebt in Frankfurt am Main und ist eng mit dem Stadtteil Sachsenhausen verbunden, in dem auch sein Kommissar Marthaler am Großen Hasenpfad zu Hause ist.1
Was macht Matthias Altenburg heute beruflich?
Er ist weiterhin als Schriftsteller, Journalist und Kritiker tätig. Unter dem Pseudonym Jan Seghers schreibt er Kriminalromane, zuletzt startete er 2021 mit Der Solist eine neue Reihe um Kommissar Neuhaus.2
Warum nennt sich Matthias Altenburg Jan Seghers?
Das Pseudonym ist eine doppelte Hommage. Der Vorname verweist auf den Radrennfahrer Jan Ullrich, der Nachname auf die Schriftstellerin Anna Seghers.1
Wie hoch ist das Vermögen von Matthias Altenburg?
Zu Matthias Altenburgs Vermögen gibt es keine seriösen offiziellen Angaben.