Lade Datum...
Nachrichten aus Sachsenhausen
Lokales

Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Sachsenhausen

Vom Museumsufer mit dem Städel über das Ebbelwoi-Viertel und den Eisernen Steg bis zum Stadtwald: ein Streifzug durch Frankfurts lebendigsten Stadtteil südlich des Mains.

Von Kerstin Schuster | 21. Juni 2026
Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Sachsenhausen © Foto: Carl Friedrich Fay / Wikimedia Commons (Public domain)
Historische Ansicht der Mainbrücken von Sachsenhausen aus, 1911.

Sachsenhausen ist der Stadtteil, den die Frankfurter „Dribbdebach“ nennen, also drüben am anderen Ufer des Mains. Während die Skyline der Banken am Nordufer in die Höhe schießt, hat sich südlich des Flusses ein Viertel gehalten, in dem Fachwerk, Apfelwein und Museumskunst dichter beieinander liegen als irgendwo sonst in der Stadt.

Mit rund 63.300 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) gehört Sachsenhausen zu den dicht besiedelten und beliebtesten Stadtteilen Frankfurts. Wer hierherkommt, findet kein abgeschlossenes Touristenprogramm, sondern eine Mischung aus Weltklasse-Museen, kopfsteingepflasterten Gassen und einem der größten Stadtwälder Deutschlands. Dreizehn Orte, die zeigen, warum sich ein Tag südlich des Mains lohnt.

Was dich erwartet

1. Museumsufer

  • Adresse: Schaumainkai (Museumsufer), 60594 Frankfurt am Main
  • Eintritt: je Haus unterschiedlich, viele 8 bis 16 Euro
  • Geeignet für: Kulturreisende, Familien, Architekturfreunde
  • Verkehr: U-Bahn Schweizer Platz (U1, U2, U3, U8) oder über den Eisernen Steg

Entlang des Schaumainkais reihen sich auf gut zwei Kilometern dreizehn Museen aneinander, eine der dichtesten Museumslandschaften Europas. Das Ensemble entstand ab den 1980er Jahren nach einer Idee, die alte Mainvillen und Neubauten zu einer durchgehenden Kulturmeile zu verbinden.

Hier liegen unter anderem das Deutsche Filmmuseum, das Museum für Kommunikation, das Deutsche Architekturmuseum, das Museum Angewandte Kunst und das Weltkulturen Museum. Einmal im Jahr, Ende August, verwandelt das Museumsuferfest die Promenade in eines der größten Kulturfeste Europas mit Bühnen, Ständen und Feuerwerk über dem Main.

2. Städel Museum

  • Adresse: Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
  • Eintritt: ca. 16 Euro, ermäßigt günstiger
  • Geeignet für: Kunstliebhaber, Schulklassen, Wochenendbesucher
  • Geöffnet: Dienstag bis Sonntag, montags geschlossen

Das Städel ist die wichtigste Kunstsammlung Frankfurts und eines der ältesten Bürgermuseen Deutschlands. Der Frankfurter Bankier Johann Friedrich Städel stiftete 1815 seine Sammlung, der heutige Bau am Mainufer entstand zwischen 1874 und 1878.

Die Sammlung spannt 700 Jahre europäische Kunstgeschichte, von Botticelli und Dürer über Vermeer und Rembrandt bis zu Monet, Beckmann und Gegenwartskunst. 2012 kam der vielbeachtete unterirdische Erweiterungsbau für die Moderne hinzu, dessen begehbares Gründach mit seinen runden Oberlichtern selbst zur Attraktion geworden ist.

3. Liebieghaus

  • Adresse: Schaumainkai 71, 60596 Frankfurt am Main
  • Eintritt: ca. 12 Euro
  • Geeignet für: Skulpturenfreunde, Ruhesuchende, Familien
  • Tipp: der Skulpturengarten ist im Sommer ein stiller Rückzugsort

In einer märchenhaften Villa von 1896, die der Textilindustrielle Heinrich von Liebieg als Wohnsitz errichten ließ, sitzt heute eine der bedeutendsten Skulpturensammlungen Europas. Türmchen, Erker und ein verwunschener Garten machen das Gebäude selbst zum Schmuckstück des Museumsufers.

Die Sammlung reicht vom alten Ägypten und der Antike über das Mittelalter bis zum Klassizismus. Wer genug von der Mainpromenade hat, findet im Skulpturengarten mit seinem kleinen Café eine der schönsten Pausen, die Sachsenhausen zu bieten hat.

4. Eiserner Steg

  • Adresse: Mainkai bis Sachsenhausen, 60311 / 60594 Frankfurt am Main
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Fotografen, Spaziergänger, Skyline-Jäger
  • Tipp: spätnachmittags, wenn die Sonne die Bankentürme anstrahlt

Die schmiedeeiserne Fußgängerbrücke von 1869 verbindet den Römerberg in der Altstadt mit Sachsenhausen und ist eine der meistfotografierten Stellen Frankfurts. Von der Mitte der Brücke aus blickt man flussabwärts direkt auf die gläserne Skyline der Bankenstadt.

Über das Geländer ranken sich Tausende Liebesschlösser, und ein griechischer Vers aus Homers Odyssee zieht sich über die Querstrebe. Wer von hier nach Süden geht, steht in wenigen Minuten mitten in Sachsenhausen, am Beginn des Mainufers und des Museumsufers.

5. Alt-Sachsenhausen und das Ebbelwoi-Viertel

  • Adresse: rund um Klappergasse und Affentorplatz, 60594 Frankfurt am Main
  • Eintritt: frei (Apfelweinlokale nach Verzehr)
  • Geeignet für: Genießer, Abendgäste, Traditionsfreunde
  • Tipp: den Apfelwein aus dem „Gerippten“ trinken, serviert aus dem „Bembel“

Das historische Herz des Stadtteils ist ein Gewirr enger Gassen mit Fachwerkhäusern, das den Krieg in Teilen überstanden hat. Hier liegt die Heimat des Frankfurter Nationalgetränks, des Apfelweins, von den Einheimischen „Ebbelwoi“ oder „Stöffche“ genannt.

Rund um die Klappergasse reihen sich traditionsreiche Apfelweinwirtschaften, in deren Innenhöfen man an langen Tischen eng zusammenrückt. Der saure Apfelwein kommt im gerippten Glas, ausgeschenkt aus dem blau-grauen Steinkrug, dem Bembel. Abends ist das Viertel lebendig, tagsüber lässt sich die alte Bausubstanz in Ruhe entdecken.

6. Schweizer Straße

  • Adresse: Schweizer Straße, 60594 Frankfurt am Main
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Bummler, Kaffeefreunde, Shoppingfans
  • Verkehr: U-Bahn Schweizer Platz (U1, U2, U3, U8)

Die Schweizer Straße ist die pulsierende Hauptschlagader von Sachsenhausen-Nord. Vom Schweizer Platz zieht sie sich Richtung Süden und ist gesäumt von Cafés, kleinen Boutiquen, Buchläden, Feinkostgeschäften und alteingesessenen Fachgeschäften.

Anders als die touristischen Apfelweingassen ist die Schweizer Straße der Ort, an dem das alltägliche Sachsenhausen sichtbar wird, ein wohlhabendes, gemütliches Wohnviertel mit Wochenmarkt-Atmosphäre. Wer das Lebensgefühl des Stadtteils kennenlernen will, läuft sie einmal von oben bis unten ab. Mehr zur Versorgungslage findest du in unserer Übersicht der Cafés in Sachsenhausen.

7. Dreikönigskirche

  • Adresse: Dreikönigsstraße 32, 60594 Frankfurt am Main
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Konzertbesucher, Ruhesuchende
  • Highlight: der 80 Meter hohe neugotische Turm am Mainufer

Die evangelische Dreikönigskirche prägt mit ihrem schlanken, 80 Meter hohen Turm die Silhouette des Sachsenhäuser Mainufers. Der heutige neugotische Bau entstand zwischen 1875 und 1881 unter dem Dombaumeister Franz Josef von Denzinger und ersetzte eine ältere Hospitalkapelle.

Direkt am Wasser gelegen, ist die Kirche von der gegenüberliegenden Altstadt aus ein markanter Blickfang. Im Inneren finden regelmäßig Konzerte statt, die Akustik des hohen Kirchenschiffs gehört zu den besten der Stadt.

8. Deutschherrnviertel und Mainufer

  • Adresse: zwischen Flößer- und Eisenbahnbrücke, 60594 Frankfurt am Main
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Flaneure, Familien, Picknickfreunde
  • Saison: ganzjährig, am schönsten bei Sonnenuntergang

Auf dem Gelände des früheren städtischen Schlachthofs entstand seit den 1990er Jahren das Deutschherrnviertel, ein modernes Wohn- und Geschäftsquartier zwischen Flößerbrücke und Eisenbahnbrücke. Namensgeber ist der mittelalterliche Deutschorden, dessen Deutschordenskirche bis heute am Brückenkopf steht.

Das eigentliche Highlight ist hier die Uferpromenade. Die breite Wiese am Sachsenhäuser Mainufer ist im Sommer der Treffpunkt der Stadt, hier wird gegrillt, picknickt und auf die Skyline geschaut. Mehr zu den Quartieren findest du in unserer Übersicht der Stadtteile rund um Sachsenhausen.

9. Goetheturm

  • Adresse: Sachsenhäuser Landwehrweg, 60598 Frankfurt am Main
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Familien, Wanderer, Aussichtssuchende
  • Verkehr: U-Bahn Sachsenhausen / Lokalbahnhof, dann Fußweg in den Stadtwald

Am nördlichen Rand des Frankfurter Stadtwalds steht mit 43 Metern einer der höchsten Holztürme Deutschlands. Der erste Goetheturm wurde 1867 errichtet, die heutige Form stammt von 1931. 2017 brannte das Wahrzeichen vollständig nieder, wurde aber bis 2020 originalgetreu wieder aufgebaut.

Über zahlreiche Holzstufen geht es hinauf zu einer Aussichtsplattform, von der man bei klarem Wetter über die Baumkronen bis zur Skyline blickt. Direkt am Fuß liegt ein großer Abenteuerspielplatz, der den Turm zu einem festen Ausflugsziel für Familien macht.

10. Sachsenhäuser Warte

  • Adresse: Darmstädter Landstraße / Hainer Weg, 60598 Frankfurt am Main
  • Eintritt: Außenbesichtigung frei
  • Geeignet für: Geschichtsinteressierte, Spaziergänger
  • Tipp: heute Apfelweinlokal im Wartturm

Der spätgotische Wehrturm von 1470/71 ist einer von noch vier erhaltenen Wachttürmen der mittelalterlichen Frankfurter Landwehr, der äußeren Verteidigungslinie der freien Reichsstadt. Er steht am alten Handelsweg Richtung Darmstadt und markierte einst die Grenze des städtischen Hoheitsgebiets.

Heute beherbergt der runde Backsteinturm ein Apfelweinlokal, sodass sich Geschichte und Frankfurter Trinkkultur an einem Ort verbinden lassen. Wie sich das historische Sachsenhausen entwickelt hat, liest du in unserer Geschichte von Sachsenhausen.

11. Neuer Henninger Turm

  • Adresse: Hainer Weg 60, 60599 Frankfurt am Main
  • Eintritt: Restaurant, Besuch nach Reservierung
  • Geeignet für: Architekturfans, Genießer mit Aussicht
  • Highlight: Panoramarestaurant über den Dächern Sachsenhausens

Wo bis 2013 das alte Getreidesilo der Henninger-Brauerei als Sachsenhäuser Wahrzeichen aufragte, steht seit 2017 der Neue Henninger Turm. Das 140 Meter hohe Wohnhochhaus zitiert mit seinem auskragenden oberen Geschoss bewusst die Form des markanten Vorgängers, der vielen älteren Frankfurtern noch in Erinnerung ist.

In der charakteristischen Krone des Turms liegt ein Panoramarestaurant mit weitem Blick über Sachsenhausen, den Stadtwald und die Skyline. Der Turm steht außerhalb des klassischen Bankenviertels und markiert die südliche Höhenmarke des Stadtteils.

12. Frankfurter Stadtwald

  • Adresse: südlich von Sachsenhausen, Zugang u. a. Oberschweinstiege
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Wanderer, Radfahrer, Familien, Jogger
  • Highlight: Jacobiweiher, Goetheturm, Waldlehrpfade

Mit fast 5.800 Hektar gehört der Frankfurter Stadtwald zu den größten Stadtwäldern Deutschlands, und ein großer Teil davon liegt auf Sachsenhäuser Gebiet. Schon ab dem 13. Jahrhundert besaß die Stadt diesen Wald, heute ist er die grüne Lunge im Süden Frankfurts.

Durch das Gebiet ziehen sich kilometerlange Wander- und Radwege, dazwischen liegen Weiher wie der Jacobiweiher, Waldgaststätten und Lehrpfade. An warmen Wochenenden ziehen Familien mit Picknickkörben hinaus, im Herbst leuchtet das Laub und der Wald wird zum beliebtesten Naherholungsziel des Stadtteils.

13. Affentorplatz und Frankensteiner Platz

  • Adresse: Affentorplatz und Frankensteiner Platz, 60594 Frankfurt am Main
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Stadtbummler, Marktbesucher, Sonntagsausflügler
  • Tipp: Flohmarkt am Sachsenhäuser Mainufer

Am Affentorplatz, dem südlichen Eingang zu Alt-Sachsenhausen, erinnert der Name an das frühere Stadttor. Der Platz mit seinen Bäumen und Bänken ist ein ruhiger Auftakt vor dem Trubel der Apfelweingassen und ein guter Ausgangspunkt für einen Rundgang durch das alte Sachsenhausen.

Wenige Schritte weiter liegt der Frankensteiner Platz direkt am Mainufer. Hier findet samstags der berühmte Flohmarkt statt, einer der größten und ältesten der Stadt, der sich an schönen Tagen die ganze Promenade entlangzieht.

Drei Geheimtipps für später
  • Holbeinsteg: elegante Hängebrücke etwas flussabwärts, ruhiger als der Eiserne Steg, mit eigenem Skyline-Blick
  • Textorstraße: stille Wohnstraße mit Gartenhäusern, benannt nach Goethes Großvater
  • Oberschweinstiege: traditionelle Waldgaststätte am Weiher, idealer Endpunkt einer Stadtwald-Runde

Ausblick: Was Sachsenhausen weiter prägt

Sachsenhausen entwickelt sich am Wasser weiter. Die Mainuferpromenade wird abschnittsweise neu gestaltet, das Museumsufer baut sein Programm und die Sanierung einzelner Häuser stetig aus, und rund um die Schweizer Straße bleibt der Stadtteil eine der gefragtesten Wohnlagen der Stadt. Wie sich das auf die Preise auswirkt, zeigt unser Mietspiegel für Sachsenhausen.

Am Ende ist Sachsenhausen kein Stadtteil, den man in Stichpunkten abhakt. Es ist ein Ort, an dem man morgens durch ein Museum geht, mittags am Mainufer in der Sonne liegt und abends im „Gerippten“ einen Apfelwein trinkt, und sich wundert, dass die Hochhäuser der Bankenstadt nur eine Brücke entfernt sind.

Newsletter
Bleib in Sachsenhausen auf dem Laufenden

Einmal pro Woche kostenlos die wichtigsten Nachrichten, Termine und Tipps aus Sachsenhausen per E-Mail. Von Sachsenhausenern für Sachsenhausener.

Jederzeit kündbar. Mit der Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.

Artikel teilen
Unabhängiger Lokaljournalismus

Unterstütze Sachsenhausener, damit wir weiterhin kritisch und unabhängig berichten können.

Jetzt mit 5€ unterstützen
Leserstimmen

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Kommentar schreiben

Wird nicht veröffentlicht

Kostenlose Sachsenhausen Woche

Nach dem Motto von Sachsenhausenern für Sachsenhausener verschicken wir einmal pro Woche kostenlos Neuigkeiten zu Events, Aktuelles und Wissenswertes.

Jederzeit kündbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen zu.